Tübingen – Bürgernahe Verwaltung

Der Bürger als Kunde

Die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in vielen Bereichen sehr gute Arbeit. In anderen Bereichen besteht noch Nachholbedarf. Dem Bürger wäre sehr geholfen, wenn sich die unbestrittene Fachkompetenz auch in kürzeren und vor allem in verlässlich planbaren Bearbeitungszeiten darstellen ließe.

Kommunikation

Immer wieder werden wichtige Entscheidungen und Maßnahmen der Verwaltung den Bürgern gar nicht, zu spät oder unverständlich mitgeteilt. Das erregt Unmut. Die Bürger wollen wissen, was sich in unserer Stadt tut. Alle Fachbereiche der Verwaltung sind verpflichtet, wichtige Maßnahmen von sich aus und rechtzeitig anzukündigen. Ortsbeiräte, Stadtteil-Foren, Bürgerinitiativen und Vereine sollten in die Kommunikation eingebunden werden.

Die Bürgerrundgänge sollten wieder aufleben. Alle acht Wochen wird ein Rundgang durch eines unserer Stadtviertel angesetzt. Die Ortsbeiräte bereiten ihn vor. Zur Begehung wird öffentlich eingeladen. Mitglieder der Verwaltung begleiten die Bewohner und informieren sich. Daraus entstehen realitätsnahe Eindrücke und persönliche Kommunikation. Der Rundgang ist kein Wunschkonzert. Aber es entstehen gute Impulse, akute Mängel werden aufgedeckt. Sie müssen dann schnell und erkennbar aufgegriffen und abgearbeitet werden. Daran hat es in der Vergangenheit gefehlt, und die Bürger waren frustriert. Abgestimmte Begehungsprotokolle und ein eigenes Budget zur Mängelbeseitigung können dem abhelfen.

Bürgertelefon

Städte wie Stuttgart und Freiburg machen gute Erfahrungen mit einem zentralen Bürgertelefon 115. Das Tübinger Bürgeramt hat bereits eine recht gute zentrale Vermittlung. Es wäre kein großer Schritt, diese zu einem wahren Bürgertelefon auszubauen. Eine monatliche Stichwortliste der Anrufthemen wäre für die Verwaltungsspitze und den Gemeinderat eine gute Möglichkeit, früh zu erfahren, wo die Bürgerinnen und Bürger der Schuh drückt.

Personal, Verwaltungsabläufe

Gute Personalplanung und effiziente Verwaltungsstrukturen sind nötig, damit sich der deutliche Anstieg der Personalkosten so nicht fortsetzt. Unsere beiden Leitgedanken: (1) Die Verwaltungsorganisation wird mit mehr Stabstellen und Referenten immer kopflastiger. Dies führt zu einer Flut von Papieren und weniger erlebbarem Dienst für den Bürger. (2) Lieber weniger, dafür inhaltlich und finanziell attraktiv ausgestattete Stellen. Dann entscheiden sich Bewerberinnen und Bewerber mit hoher Qualifikation und Motivation für den Arbeitgeber Stadt Tübingen.

Konzeptionen, Pläne, Strategien

Es ist richtig, für die Neugestaltung wichtiger Lebensbereiche Tübingens tragfähige Konzeptionen, Pläne und Strategien zu erarbeiten. Sie sind aber nicht die Lösung, sondern Ausgangspunkt für das konkrete Verwaltungshandeln und die Umsetzung. Weniger große Würfe und Leuchttürme- dafür mehr tägliche Verbesserungen in der erlebten Wirklichkeit! Konzepte bringen erst etwas, wenn sie umgesetzt wurden!

 

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