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DNAHolzmarkt

…finden Sie auf dem Schloss Hohentübingen.

Geflüster:

Anfang 2017 bekommt Tübingen „allerhöchstwahrscheinlich“ schon den zweiten Anteil an einem archäologischen UNESCO-Weltkulturerbe -nach den Pfahlbauten, jetzt die Eiszeitkunst! Da wäre ein PR-Konzept der Stadt Tübingen doch angesagt.

Im Augenblick warten im Museum der Universität Tübingen auf dem Schloss folgende Überraschungen auf Sie:

  • Die Sonderausstellung “Thaddäus Troll: Kriegsberichter im Zweiten Weltkrieg”(siehe unten) und
  • “Fluch und Segen von Ressourcen” – beide bis 31. Januar 2016
  • Neue Dauerausstellung: “Schlosslabor – Wiege der Biochemie”

Leider rührt das Kulturamt dafür nur zaghaft die Werbetrommel, ein sehr altes und sehr leidiges Problem, dessen Existenz uns immer noch ein Rätsel ist. Die STADT als solche profitiert doch von der Attraktivität, die sie als Gesamtes ausstrahlt, profitiert – ganz unabhängig, wer der Träger einer Ausstellung ist.

Genauer: Rätselhaft bleibt, weshalb es kaum Hinweise aufs Schloss gibt und Touristen tatsächlich wieder abfahren, ohne bemerkt zu haben, dass es das Schloss überhaupt gibt, da es in der Stadt komplett unsichtbar ist. Immerhin hat die Universität jetzt die Möglichkeit, Flyer und Booklets im Rathausfoyer auszulegen – ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Hoffen wir, dass die neue Stelen-Landschaft auch auf die 50 Sammlungen der Universität gewinnbringenden Bezug nimmt!

 

 

  1. Hans Bayer/Thaddäus Troll – Kriegsberichter im Zweiten Weltkrieg:

Die Ausstellung bereicherte schon 2014  das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors und kam nun, den Wurzeln des in Stuttgart geborenen Hans Bayers folgend, nach Tübingen. Hans Bayer gehörte zwischen 1941 und 1945 zu den Propagandakompanien der Wehrmacht. Er be­richtete vor allem über das Kriegsgeschehen an der Ostfront und war Augenzeuge nationalsozia­listischer Kriegs-­ und Gewaltverbrechen. Nach 1945 erfand er sich neu und wurde unter dem Namen Thaddäus Troll einer breiteren Öffentlichkeit als Literat, Journalist und schwäbischer „Dichterfürst“ bekannt. Die Ausstellung zeichnet Hans Bayers Kriegs­erfahrungen nach und gibt Einblick in die von ihm verfassten Berichte. Darüber hinaus schildert sie beispielhaft die Aufgaben und das Wirken der Propagandakompanien. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog.

Ort
Museum der Universität Tübingen MUT | Alte Kulturen
Schloss Hohentübingen, Rittersaal
Burgsteige 11
72070 Tübingen

Dauer
30. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016

Öffnungszeiten
Mittwoch, Freitag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Donnerstag 10 bis 19 Uhr

 

2. Fluch und Segen von Ressourcen

Ressourcen sind mehr als Erz und Energie, auch geistige Güter zählen dazu. Doch was bewirken sie, wie werden sie genutzt? Kann der „Segen“ von Ressourcen auch negative Folgen haben: Zu viel, zu einseitig, zu abhängig? Solche Fragen untersuchen über sechzig Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen im Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen – in Europa, Asien und Afrika, in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei gelten ihnen nicht nur Bodenschätze und Rohstoffe als Ressourcen, sondern auch Kompetenzen – technische, soziale oder auch religiöse. Ihre Methoden reichen von archäologischen Grabungen über Strontium-Isotopenanalysen bis zur ethnologischen Feldforschung. Entsprechend vielfältig sind auch die gezeigten Objekte: Bodenproben und Basareinkäufe, Grabbeigaben und Götterbilder, Feuersteine und Filmausschnitte. Innovativ und interdisziplinär werden unterschiedliche Kulturen von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart untersucht, um bisher unerkannte oder unbeachtete zusammenhänge im Umgang mit Ressourcen und deren kulturelle Dynamiken zu erforschen.

 

3. Schlosslabor – Wiege der Biochemie

Eines der weltweit ersten biochemischen Labore wird als Museum wieder öffentlich zugänglich gemacht. Hier arbeitete ab 1818 der erste deutsche Biochemiker, Carl Sigwart; hier ließ Felix Hoppe-Seyler, der das Hämoglobin benannte, das erste biochemische Labor ausbauen und hier entdeckte Friedrich Miescher im Jahr 1869 einen neuen Stoff, den Grundstoff der Erbsubstanzen DNA und RNA. Proteine bestehen größtenteils aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. In der neuen Substanz aber fand Miescher auch große Mengen an Phosphor – ein Element, das in Proteinen nur in Spuren vorkommt. Deshalb war Miescher überzeugt, dass er eine völlig neue Substanz entdeckt hatte. Weil er die neue Substanz aus Zellkernen gewonnen hatte, nannte er sie „Nuclein“.

Durch die moderne didaktische Aufbereitung in Deutsch und Englisch wird die Bedeutung des Ortes vermittelt und die Geschichte der Biochemie an der Universität Tübingen bis heute erläutert.

Der Eintritt ist frei.

 

Auszeichnung der UNESCO

Der Antrag zur Einschreibung auf die Welterbeliste soll Anfang 2016 offiziell eingereicht werden. Die Entscheidung der UNESCO über die Aufnahme der „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ als Weltkulturerbe wird dann vorausichtlich im Jahr 2017 fallen.

Kurzübersicht wichtiger Ereignisse

April 2009 Interessensvertreter beschließen Nominierung zum Weltkulturerbe
Februar 2012 Beginn der Arbeiten am Welterbeantrag im LAD
Dezember 2012 Einreichung des Tentativlistenvorschlags bei der Kultusministerkonferenz
Februar 2014 Begutachtung durch ein Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz
Juni 2014 Die “Höhlen der ältesten Eiszeitkunst” werden auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt
Juni 2015 Treffen der Beteiligten, Informationsveranstaltung in Ulm
September 2015 freiwillige Voreinreichung des Antrags beim World Heritage Centre
Januar 2016 Einreichung des endgültigen Antrags
2017 Entscheidung über Aufnahme in die Welterbeliste
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