Realschüler benachteiligt?!

Wer Klasse 10 mit einer 4 am Gymnasium schafft, darf dort Abitur machen.

Wer Klasse 10 an der Gemeinschaftsschule schafft, braucht eine 2,3 für die Oberstufe. Dort hat man sogar drei statt zwei Jahre Zeit.

Für das berufliche Gymnasium reicht eine 3,0. Für denselben Schüler!

Und weiter: Wenn Schüler in der gleichen Klasse statt M-Niveau* auf dem Papier E-Niveau hatten, reicht wieder die 3,0 für die Oberstufe.

Nun wurde fast der Hälfte derjenigen, die sich für die Oberstufe angemeldet hatten der Zugang verweigert. Zumindest für eine Übergangsphase, bis die Realschüler abgegangen sind und alle Gemeinschaftsschulen auf E-Niveau unterrichtet haben, könnten die Schüler eine andere Chance erhalten. Zum Beispiel eine Eingangsprüfung.

Die Leistungsstufen G, M und E (siehe unten) sind/sollten in den meisten Fächern an der Gemeinschaftsschule angeboten werden, damit der Schüler die Möglichkeit hat, entsprechend seinen Fähigkeiten zu wechseln. Ein Mathematik-Genie kann also in seinem Jahrgang zugleich Mathe-Niveau E besuchen, obwohl er in Französisch nur auf M oder gar auf Stufe G steht.

In der Praxis ist es jedoch häufig so, dass Schüler in mehreren Fächern in einem Niveau bleiben, und die zur Differenzierung geforderten Lehrer seufzen: Warum hat man bloß die Realschule abgeschafft?!

*Die Leistungsstufen

Bei einem Wechsel zwischen Werkrealschule, Hauptschule, Realschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium der Normalform müssen die Schülerinnen und Schüler bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, damit der Übergang in die andere Schulart erfolgreich gelingt.

Es gibt Schularten, die zu unterschiedlichen Abschlüssen führen.
Beispiel: An der Realschule können die Schülerinnen und Schüler den Realschulabschluss und den Hauptschulabschluss erwerben. (Leider nicht mehr in Tübingen, weil es hier gar keine Realschule mehr gibt.)

Diese Schularten haben daher unterschiedliche Niveaustufen. Folgende Niveaustufen werden unterschieden:

  • Grundlegendes Niveau (G)
  • Mittleres Niveau (M)
  • Erweitertes Niveau (E)

In der Regel kommt es entscheidend auf das Niveau an, in das die Schülerin oder der Schüler wechseln will, nicht auf die konkrete Schulart. Zur einfacheren Einstufung werden die Schularten und Niveaustufen für den Übergang daher Ebenen zugeordnet:

Ebene 1:

  • Werkrealschule
  • Hauptschule
  • Grundlegendes Niveau (G) an der Gemeinschaftsschule
  • Grundlegendes Niveau (G) an der Realschule

Ebene 2:

  • Mittleres Niveau (M) an der Gemeinschaftsschule
  • Mittleres Niveau (M) an der Realschule

Ebene 3:

  • Gymnasium
  • Erweitertes Niveau (E) an der Gemeinschaftsschule
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