Die Stadt Tübingen hat keine Universität, sie ist eine. Und dennoch: Die siamesischen Zwillinge schauten bisweilen in entgegengesetzte Richtungen.

Aber gestern, am 6.6.16, setzten sie gemeinsam einen Meilenstein, in gutem Einvernehmen, auf das wir schon lange hinarbeiten:

Bis 2020/21 fließen unglaubliche 115 Millionen in den Talcampus, bis 2030 weitere rund 50 Millionen Euro. Siehe Anlage.

Gestern abend präsentierte Herr Selbmann (Vermögen und Bau Baden Württemberg) im Beisein von Rektor und Kanzler der Universität dem Gemeinderat die Gesamtplanung des Talcampus. Die Geisteswissenschaften werden im Tal konzentriert, die Naturwissenschaften sollen langfristig auf den Berg ziehen. Bisher von der Uni genutzte Wohnhäuser, wie etwa in der Gartenstraße, werden verkauft und so wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt. Beiläufig fiel ein interessanter Satz, der die Grenzen des Wachstums markiert: Rektor Prof. Dr. Bernd Engler sieht in der Zukunft 26 000 Studenten, das heißt, 2000 weniger als heute. Wichtig sei die verstärkte internationale Ausrichtung der Universität.

Die Tübinger Liste ist sehr froh, dass sich die Verhärtungen zwischen Universität und Stadt Tübingen im letzten Jahr auflösen. Bei aller Übereinstimmung der Fraktionen gab es natürlich auch Unterschiede. Die AL/Grünen klatschten im Gemeinderat immer dann laut, wenn wieder irgendwo Parkplätze wegfallen sollten. Wir fragten (vor allem zu dem wegfallenden Schiebeparkplatz) stattdessen lieber, welche Nutzer heute dort parken (müssen?), z.B. Anwohner, zur Familie pendelnde Studenten, Klinikmitarbeiter, die mit Jobticket dann zu den Kliniken hochfahren, oder, oder, oder.

Wir wollen das wissen, damit wir den Wegfall der vielen Parkplätze richtig kompensieren. Was brauchen diese Menschen wirklich? Für diejenigen, die nur zu faul wären, einen Bus zu nehmen, müssen wir weniger tun als für Studenten, die hier in Tübingen kein Zimmer finden/sich leisten können und abends z.B. nach Aalen heimfahren müssen. Oder für Klinikmitarbeiter, die weder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vernünftig nach Tübingen kommen, noch oben einen Parkplatz kriegen noch auf den Straßen in WHO und bei Waldhausen einen Parkplatz suchen wollen. Der Rektor sagte uns zu, dass er diese Fragen untersuchen lassen wird. Danke!

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