Der Artikel beleuchtet nicht nur die Folgen von S21, sondern könnte dazu führen, dass unser Oberbürgermeister als aufrechter Kämpfer gegen dieses Projekt vielleicht auch einmal die Konsequenzen der Zustände auf der Schiene für sein Lieblingsprojekt Regionalstadtbahn und insbesondere deren Fortsetzung als Stadtbahn in Tübingen bedenkt.
Ich habe schon in mehreren Veranstaltungen und auch per Mailanfragen darauf hingewiesen, dass eine Stadtbahn für Tübingen als Hauptproblem die Anbindung an das regionale Schienennetz hat, wodurch es auch innerstädtisch zu unkalkulierbaren Verspätungen kommen wird, die im Bahnnetz der Regelfall sind. Die avisierten Nutzer einer Stadtbahn sollen ja zu einem wesentlichen Teil die an den Kliniken und der Universität Beschäftigten sein. Und zumindest bei den Klinikmitarbeitern wird daher der Schichtdienst extrem beeinflusst, was viele davon abhalten wird, vom Auto umzusteigen. Eine Befragung des Klinikpersonals wäre hier eine wichtige Voraussetzung.
Denn ein neues und unabhängiges Schienennetz für RSB und Stadtbahn aufzubauen, ist nach den bisherigen Planungen sichtlich nicht geplant. Womit die Einschleifung von RSB und Stadtbahn über den Tübinger Hauptbahnhof und dort im Wesentlichen über ein einziges Gleis für alle aus Richtung Reutlingen, Balingen, Rottenburg und Herrenberg eintreffenden Züge erfolgen soll. Diese Fragen sollten unbedingt beantwortet werden, damit aus der Stadtbahn nicht ein Millionen für Schienen, Leitungen, Stabilisierung der Neckarbrücke etc. verschlingendes Tübingen 21 wird…

Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt vom 26.Juni 2019

Ingrid Baum, Tübingen

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