ZOB2Endlich geht es voran mit der Umgestaltung des Busbahnhofs und des Europaplatzes.
Wer mit dem Zug in Tübingen ankommt und den Bahnhof verlässt, blickt unter dem dunklen Vordach hinaus auf ein wirres Durcheinander von Fahrrädern und eine riesige Bushaltefläche. Manch neu ankommender Gast hat sich bei dem Anblick schon die Frage gestellt, wo sich die Stadt verbirgt. Auch für die Einheimischen ist der derzeitige Zustand unbefriedigend. Denn der Europaplatz mit seinen vielen schmalen Bussteigen und den zahlreichen an- und abfahrenden Bussen ist schwierig zu überqueren.

Seit Jahren bestehen deshalb Pläne, den Platz umzugestalten. Dabei sollen die Umstiegsmöglichkeiten verbessert und der Weg in die Innenstadt erleichtert werden. Grundlage der Planung ist der Siegerentwurf eines bereits 1998 durchgeführten städtebaulichen Realisierungswettbewerbs. Ein Baugrundstück auf einem Teil des jetzigen Busbahnhofes sichert die Finanzierung. Baubeginn soll Ende 2017 oder Anfang 2018 sein.

Im Juli 2015 hat der Gemeinderat beschlossen, dass der Busbahnhof Außenbussteige bekommen soll. Dies ermöglicht einen schnellen Umstieg zwischen Bus und Bahn und hat städtebauliche Vorteile. Bei der weiteren Planung des Busbahnhofs wird die Verwaltung folgende Ziele berücksichtigen:

  • Ein oder zwei Regionalbahnsteige sollen im Kernbereich des Busbahnhofs untergebracht werden. Hier sollen die starken Regionalbuslinien in Richtung Flughafen und Härten untergebracht werden. Die dadurch freiwerdenden Bussteige westlich des Hauptbahnhofs sollen vorrangig für den Fernbus freigehalten werden.
  • Für Haltestellen von Touristikbussen, die nicht unmittelbar in den Busbahnhof integriert sind, soll gemeinsam mit dem Bürger- und Verkehrsverein ein Konzept entwickelt werden.
  • Nördlich und südlich des Hauptbahnhofs sollen 1.000 bis 1.200 Fahrradstellplätze sinnvoll verteilt werden. Dabei soll auch geprüft werden, ob eine Fahrradtiefgarage unter dem Bahnhofsvorplatz realisiert werden kann.
  • Zur Erschließung des südlichen Stadtzentrums von Westen soll geprüft werden, ob im westlichen Bereich des Busbahnhofs eine Tiefgarage mit rund 80 Stellplätzen entstehen kann.
  • Die Durchfahrt vor dem Hauptbahnhof wird für den motorisierten Individualverkehr unterbrochen. Für Taxis, Busse und Fahrräder bleibt die Durchfahrt geöffnet.
  • Auf eine komplette Unterkellerung des ZOB mit einer großen Tiefgarage wird verzichtet. Stattdessen soll bei der Vermarktung des Baufelds sichergestellt werden, dass außer den rund 100 baurechtlich notwendigen Stellplätzen 100 bis 150 zusätzliche Parkplätze in einer Tiefgarage zu realisieren sind.

Die Vorlage für den Planungsausschuss, die noch mehrere mittlerweile verworfene Varianten anbietet, finden Sie hier. Gewählt ist nun die Variante 2.

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