Wenn der Bagger gräbt, ist es zu spät!

Wann wachen wir Tübinger auf? Unter großen Reden hat letzten Freitag die politische Prominenz der Region in Entringen die ersten symbolischen Schienen für die Regionalstadtbahn verschraubt.

Reutlingen hatte bis 1974 eine gut funktionierende Überland-Straßenbahn, die das Umland mit der Innenstadt verband. Dann gefiel sie den autoverliebten Kommunalpolitikern nicht mehr. Man erinnere sich: erst vor 25 Jahren haben Politiker mit der Bahnreform viele wichtige Nahverkehrsstrecken stillgelegt, auch in unserem Raum. Heute: Kommando zurück!  Und als Jahrhundertprojekt wird jetzt gefeiert, was man gestern verbockt hat. Kostenpunkt 1 Milliarde Euro, mit Luft nach oben.
Dennoch hält die Tübinger Liste den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnen im Bereich Neckar-Alb für sinnvoll. 

Aber: Kommen Sie von Bondorf, Sonnenbühl, Weiler, Altdorf oder Dettenhausen nach Tübingen zur Arbeit? Dann werden Sie leider auch in Zukunft zu den ca. 90% Bewohnern der Gemeinden gehören, die keinen fußläufigen Bahnhalt im Umkreis von 5-10 Minuten haben. Sie werden sich ins Auto setzen und Ihre Arbeitsstelle direkt ansteuern.
Da helfen Ihnen die letzten 4 Kilometer einer Innenstadtstrecke durch Tübingen wenig. Deshalb werden wir uns im neuen Gemeinderat dafür einsetzen, dass ernsthaft und professionell geprüft wird, wie der Verkehr in Tübingen entzerrt werden kann. Auch ohne Straßenbahn mitten durch die Stadt. Wenn der erste Bagger gräbt, ist es zu spät! 

Reinhard von Brunn, TL-Ortsbeirat Stadtmitte, 6. Mai 2019 

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