Interessen standen sich quer: Der Ortsbeirat hätte gern ein Quartierszentrum West im Schleifmühleweg eingerichtet. Doch dort hat sich schon seit fast zwei Jahrzehnten das Kinderhaus Schäfchen bewährt. Letztlich muss der Ortsbeirat sich anderswo umschauen, und die Kinder können bleiben.

Denn dass das freikirchliche Kinderhaus von der Stadt unterstützt werden solle, wurde schon 2016 beschlossen. Die Einrichtung erhält nun einen Zuschuss von 265.000 Euro, um eine vierte Gruppe für zehn Kinder zu schaffen. Dies beschloss der Gemeinderat am 6. Februar 2017 mit großer Mehrheit. Viel Spielraum blieb für die Entscheidung nicht, denn in der Weststadt fehlen bis zu 40 Plätze für Kinder unter drei Jahren, und die Eltern haben schließlich einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Baubürgermeister Cord Soehlke betonte: “Ein Stadtteiltreff sollte vier Eigenschaften haben.” Er müsse zentral gelegen sein, einen großen Raum haben, multifunktional und barrierefrei sein. “Davon trifft nur ein Kriterium zu. Ich halte das Gebäude daher für nicht geeignet.” Als Alternativen nannte er die Standorte vom Zentrum Zoo/Kast & Schlecht sowie die kleine Molkerei.

Das Schwäbische Tagblatt berichtet: <<Auch Ingrid Fischer (CDU), Ernst Gumrich (Tübinger Liste) und Gerlinde Strasdeit (Linke) halten das Gebäude für ungeeignet für einen Stadtteiltreff. Versteckt bezweifelten einige Stadträtinnen und Stadträte die Eignung des Kita-Trägers “Kinderhaus Schäfchen”, indem sie nach der Qualitätskontrolle und Aufsicht fragten. Was keiner aussprach: Der Trägerverein steht der TOS-Gemeinde nahe. Was kein Geheimnis ist…

Sökler sagte scharf, es sei “nicht gut, Gerüchte zu übernehmen”. Er habe nachgefragt: Es gebe keinerlei Beschwerden über religiöse Beeinflussung bei der Kita. “Wir schweben ja nicht im luftleeren Raum. Es gibt die Fachaufsicht des KVJS.” Gemeint ist der Kommunalverband für Jugend und Soziales. Auch Gumrich sagte, alle Gerüchte hätten sich bei näherem Hinsehen verflüchtigt. Gumrich fasste zusammen: “Das Kinderhaus wird gebraucht. Es gibt keine Alternativen.” Auch Strasdeit verwies auf den Kita-Bedarf und Dietmar Schöning (FDP) sagte: “Wir sind in eine Engpasssituation geraten.” Die lange Diskussion sei unangemessen gewesen.>>

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