Option

Eine Idee gegen die Wohnungsnot: Bauland Tinyhouse-Besitzern zu verpachten.
Liebe Tübinger Baulandbesitzer,
Boris Palmer möchte gerne mehr Wohnraum in Tübingen schaffen. Das halte ich für eine sehr gute Idee! Wie wäre es, wenn alle von dieser Idee profitieren würden und niemand unter Druck gesetzt werden muss? Es gibt eine Möglichkeit, ihr Land zu verpachten und gleichzeitig für einen gewissen Zeitraum Wohnraum zu schaffen – noch dazu ist dieser Wohnraum nachhaltig und fördert eine nachhaltige Lebensweise: Stellen Sie Ihr Bauland einem Tinyhouse-Besitzer zur Verfügung.
Tinyhäuser sind kleine, autarke Häuser, die auf die Fläche eines Auto-Anhängers passen. Sie verpachten das Land so lange, wie es in Ihre persönliche Planung passt. Ich lade Sie herzlich ein, über diese Option nachzudenken: Ist es für Sie denkbar, über einen gewissen Zeitraum Ihr Land für ein solches Zuhause zur Verfügung zu stellen? Welche Bedingungen müssten für Sie dafür erfüllt sein?
Ich habe eine Website erstellt, auf der ich daran Interessierte miteinander vernetzen möchte: www.tinytuebingen.com
Ich freue mich auf Sie!

21. Mai 2019, Jana Nährig, Tübingen

Weitblick fehlt
Ich kann Herrn Gugel nur aus tiefstem Herzen zustimmen. Dass FDP und SPD den Saiben jetzt schnell bebauen wollen, halte ich für eine ungute Idee. Insgesamt fehlt mir bei der Diskussion um die Bebauung von Außenflächen der Weitblick. Wir haben als äußerst drängende Probleme den Klimawandel und das Artensterben. Außerdem müssen wir immer mehr Menschen ernähren. Das heißt, wir werden zukünftig jeden Acker brauchen, um Lebensmittel und/oder Energie zu erzeugen. Und das möglichst so, dass auch Platz für die Natur da ist. Flächenknappheit in der Landwirtschaft führt zur Intensivierung des Anbaus und damit gerät der Naturschutz sehr ins Hintertreffen. Außerdem sollte vor weiteren Baumaßnahmen auf Äckern die Diskussion nochmal weit aufgemacht werden: Wie kann man das Phänomen der Schwarmstädte abmildern/umkehren? Ist eine Förderung von Telearbeitsplätzen (siehe Finnland) gut, um wenig Pendler zu haben und Wohnen auf dem Land attraktiver zu machen? Wie steht es mit der Wohnfläche pro Kopf? Diese steigt jedes Jahr. Können/wollen wir uns das zukünftig noch erlauben? Was heißt das für Neubauten? Wäre nicht ein Tiny-Hochhaus eine gute Idee für Tübingen? Und warum werden selbst viel zu große Immobilien nicht verkauft oder umgebaut? Müssten Baurecht, Erbschaftsrecht etc. geändert werden? Eventuell würde auch ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Alterssicherung durch Immobilien unnötig machen?

Ich denke, vor der Bebauung des Saiben sollten noch vieleFragen gestellt und beantwortet werden.

21. Mai 2019, Ruth Dettweiler, Tübingen

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