Die Weststadt will sich entwickeln und erarbeitete mit der Stadt einen Plan. Am 28. November um 18:30h informiert die Stadtverwaltung in der Gemeinschaftsschule West.

Im Westen viel Neues

so titelt das Schwäbische Tagblatt vom 25. November 2017. Die Verwaltung stellte den Zukunftsplan für die Tübinger Weststadt vor. Stadträte loben die großen Linien und benennen offene Punkte beim Verkehr.
“Weststadt” ist eine Lagebezeichnung ohne selbstständige Vergangenheit mit Ortskern wie Lustnau im Osten oder Derendingen im Süden. Und entsprechend heterogen ist das Gebiet zwischen Steinenberg und Schlossberg, Ammertal und Altstadt mit seinen 9400 Bewohnern auch.

Außerdem zerschneidet die B28 unweigerlich den Stadtteil. Wo sollen neue Zentren entstehen? Eine gemeinsame Mitte? Das fragt sich der Ortsbeirat schon seit Jahren.
In einem längeren Arbeitsprozess mit Beteiligung der Bürger hat die Bauverwaltung den Zukunftsplan erstellt. “Toller Auftakt”, lobte Ernst Gumrich, Fraktionsvorsitzender der Tübinger Liste.

Der Zeitplan:

  • März/April 2016: Moderatoren interviewen neun Schlüsselpersonen zu den Hauptzielen.
  • 11. Juni 2016: Auftaktveranstaltung mit 100 Bürgern. Sammlung von Leitlinien und Hinweise auf wichtige Orte mit Handlungsbedarf
  • 1./2. Juli 2016: Erste Planungswerkstatt mit 100 Bürgern
  • 13. September 2016: Seniorenbeteiligung
  • 12. Oktober 2016: Gewerbegebietsversammlung
  • 30. Januar 2017: Zwischenbericht im Ausschuss für Planung
  • 15. März 2017: Beteiligung des Forums Inklusion
  • 1. April 2017: Zweite Planungswerkstatt mit 70 Bürgern11. Juli 2017: Beteiligung der Jugendlichen.
  • 14. Juli und 7. August 2017: Folgeworkshop mit 19 bzw. 11 Anwesenden
  • 23. November 2017: Einbringung des Zukunftsplan-Entwurfs in den Planungsausschuss
  • 28. November 2017: Öffentliche Informationsveranstaltung um 18.30 Uhr in der Gemeinschaftsschule West.
    Danach vierwöchige Planauslage.
  • Frühjahr 2018: Beschluss des Rahmenplans “Zukunftsplan Weststadt”.


Mängel: zu wenig Wohnraum und Gewerbeflächen, Sozialeinrichtungen und Kinderbetreuungsangebote. Zudem zerschneiden die Straßen (vor allem die B28), die Bahnlinie und die Ammer die Weststadt in einzelne Teile. Der Wunsch der Bewohner ist entsprechend eine Überwindung der Verkehrsbarrieren und ein identitätsstiftender Treffpunkt. Als Leitlinien haben Bürger und Planer entwickelt: Die Weststadt soll “bunt bleiben” – bei Altersgruppen, Haushaltsgrößen, Einkommen und mehr. Wohnraum soll bezahlbar sein und in guter Mischung zu Gewerbe stehen, der Stadtteil soll grüner werden, Fairness und Sicherheit sollen beim Verkehr Maßstab sein und durch öffentliche Plätze, Cafés und anderes soll das Miteinder gefördert werden.
Die Stadträte fragten bei vielen Punkten nach und formulierten einzelne abweichende Standpunkte, folgten aber der großen Linie des Entwurfs und dankten alle den beteiligten Bürgern und Planern für den Entwurf.

Gabriele Steffen vom Ortsbeirat lobte die vielen Impulse. Nur beim Schlagwort “Urbanität” müsse man aufpassen. Sie selbst sehe dieses positiv, doch viele Menschen würden dabei an dichte Bebauung mit viel Verkehr denken. Bernd Gugel (AL/Grüne) sagte als jahrzehntelanger Bewohner: “Der früher so bezeichnete wilde Wilde Westen soll geordnet werden.” Das sei gut. Bei der Freiackerstraße sei auch schon ein Anfang gemacht worden. Arnold Oppermann (CDU): Man muss noch genauer die Auswirkungen des Stadtbahnhalts Westbahnhof und von 1000 neuen Einwohnern vor allem auf den Verkehr bedenken. Auch Dirk Eisenreich (SPD) fand viele Straßenführungen noch schwierig. Gerlinde Strasdeit (Linke) nannte da die Sindelfinger Straße. Dietmar Schöning (FDP) gab zu Bedenken: “Die B28 bleibt auch mit der B28 neu im Neckartal eine zentrale Zufahrt.” Ernst Gumrich (Tübinger Liste) nannte den Entwurf “einen tollen Auftakt”: “Das große Bild ist sehr stimmig.” Offen sei für ihn noch die Parksituation.

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